23. Juni 2014: Organspende - Informationstag der WO 1.3

Über die Aufgaben der Nieren und die Möglichkeiten und Techniken bei einer Nierentransplantation informierte in einem anschaulichen Referat Theresa Reiser aus der WO 13.
Als Referent konnte Dr. Petersen, Ltd. Transplantationsbeauftragter der Universitätsklinik Tübingen, mit interessanten Informationen aus der Praxis alle anstehenden Fragen fachlich fundiert beantworten.
Einige Kernaussagen aus der Veranstaltung:

  • Ein Organspender kann bis zu 6 Menschen ein neues und besseres Leben schenken!
  • Transplantiert werden heute eigentlich alle Organe und Gewebe wie z. B. Herz, Nieren, Lunge, Bauchspeicheldrüse, Darm, Hornhaut, …
  • Die Angst vor der Entnahme von Organen bei Patienten, die noch nicht tot sind, ist unbegründet. Die Hirntoddiagnostik ist international anerkannt. Es gibt keinen Fall, in dem ein für hirntot erklärter Patient wieder ins Leben zurückgekommen ist. Folglich wird ein Komapatient nie zum Organspender, da bei ihm Teile des Gehirns noch aktiv sind.
  • Das Problem in Deutschland ist, dass ca. 70% der Bevölkerung einer Organspende positiv gegenüberstehen, aber nur wenige über einen Organspendeausweis verfügen und wir bei der Anzahl der gespendeten Organe fast an letzter Stelle in Europa stehen.
  • Die Spende eines Verstorbenen ist aus ethischer Sicht immer einer  sogenannten Lebendspende vorzuziehen. Eine Lebendspende (nur bei Niere und Leber möglich) wird meist nur dann in Erwägung gezogen, wenn in absehbarer Zeit keine andere Spende zur Verfügung steht.
  • Eine noch bessere Aufklärung der Bevölkerung ist notwendig, um die Anzahl der Entscheidungen für oder auch gegen eine Organspende zu erhöhen.
  • Wer einen Organspendeausweis ausfüllt, sollte auch mit seinen Angehörigen darüber sprechen, damit sie Kenntnis von den Vorstellungen des Ausweisinhabers haben.
  • Die Krankenhäuser sind zu sensibilisieren, um mögliche Organspender zu erkennen und die Beratung der Angehörigen bei potentiellen Organspendern zu verbessern.

Ergänzt und bereichert wurde die Veranstaltung durch Betroffene vom Verein der Lebertransplantierten. An ihrem Informationsstand wurden Fragen beantwortet, ein Sofortbild konnte gemacht werden und natürlich ein Organspendeausweis ausgefüllt werden.

Die Veranstaltung wurde moderiert von Jessica Wasenmüller und Merve Kücük.

Projektbetreuung durch Stefanie Hauck und Klaus Fischer (Foto links unten)

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